Archiv der Kategorie: General

GPL compliance and the persistent cancer theory

In the golden age of Open Source compliance offerings, one of the key marketing argument still appears to be: „The General Public License (GPL) is sooo risky. In case of GPL infringement, you will have to release all of your code – speak your intellectual property (IP) – under the same terms. Take our license scanner as we are the best to protect you against such nightmares.“

That statement simply is not correct. But very effective if you want to sell your services. Which company wants to be forced to release its valuable IP into the public only by not following specific license terms?

This myth was supposedly framed by Steve Balmer of Microsoft who once said back in 2001: „The way the license is written, if you use any open-source software, you have to make the rest of your software open source. […] Linux is a cancer that attaches itself in an intellectual property sense to everything it touches. That’s the way that the license works.“

His general understanding of one of the basic principles of Free Software and the GPL – reciprocity – speaks of great intellectual power. However this muddle-headed theory in total is utterly wrong but still persistent today serving as one of the main arguments to sell license compliance offerings.

Even infringing the terms of the GPL will never force you to put your own source code under the same license. Simple as that.

Sure, in the worst case you have violated a software license. In this aspect there is no difference between the GPL or any other even proprietary license. Copyright infringement claims are caused by

  • the actual violation of the license and
  • the unlicensed use of software.

You have to cope with its consequences. Legal remedies are

  • punitive damages and
  • injunction to not distribute your product any further.

Not more, not less.

The most straight forward way out of this would naturally be to release your source code also under the terms of the GPL. Thereby making it public. This is what is understood as reciprocity – others can also benefit from your work, as you did from the original work. It is the recommended choice of the Free Software community.

But in case you want to protect your IP by keeping your own code secret, you are still left with various other options:

  • Remove it. Double check if the GPL-licensed component is really needed by your product. In case not, just remove it.
  • Refactor it. Either re-write the functionality provided by the component from scratch or replace it by another one that comes with a more permissive license.
  • Relicense it. Ask the original author(s) if they are open to re-license it. Either under a more permissive license or a commercial license for proprietary use.

The best wrap-up I have read is given by Heather J. Meeker in her book „Open (Source) for Business: A Practical Guide to Open Source Software Licensing“. A must read not only regarding this issue.

To conclude – whenever you hear such statement, be alarmed and listen more carefully to assure that the talking alleged expert really offers the necessary expertise to help you with license compliance.

„All Creatures Welcome“

Wenn man von einem Chaos Communication Congress zurückkehrt, wird man oft interessiert gefragt: Und, wie war es? Erzähl mal, um was geht es da eigentlich?

Übervoll mit Eindrücken und übermüdet trotz regelmäßigen Mate-Konsums fällt es schwer, auf Anhieb passende Worte für einen allgemein verständlichen Abriss zu finden.

Wenn auf diese Art keine Zusammenfassung möglich ist, würde man als nächstes eigentlich zum mobilen Endgeräte greifen, um zumindest die bildlichen Impressionen für sich sprechen zu lassen. Doch halt, dort wird der Grundsatz noch ernst genommen, nur Photos anzufertigen, wenn alle auf dem Bild abgebildeten Personen damit einverstanden sind. Dementsprechend leer ist die eigene Bildergalerie.

„All Creatures Welcome“ von Sandra Trostel (CC-BY-NC-SA)

Seit diesem Jahr gibt es Abhilfe in Form einer 86-minütigen Dokumentation: „All Creatures Welcome“ von Sandra Trostel. Sie feierte (vermutlich) beim DOK Leipzig 2018 Premiere und wurde nun offiziell – zum 35. Chaos Communication Congress (35C3) – vorgestellt und steht online unter einer CC-BY-NC-SA-Lizenz zur Verfügung. In Zukunft soll auch Rohmaterial von den begleiteten Veranstaltungen – dem 32. Chaos Communication Congress und Chaos Communication Camp 2015 – zum freien Remixen zur Verfügung gestellt werden.

Also nicht fragen. Anschauen!

Homepage: http://www.allcreatureswelcome.net/
Film (in voller Länge): media.ccc.de | vimeo.com
Soundtrack: https://fairybotorchestra.bandcamp.com/releases

Mein Blog und die DSGVO

Wer sich aus gegebenen Anlass – der 25. Mai 2018 steht kurz bevor – in der Blogosphäre auf die Suche nach Hilfestellungen zur „Verordnung (EU) 2016/679 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 27. April 2016 zum Schutz natürlicher Personen bei der Verarbeitung personenbezogener Daten, zum freien Datenverkehr und zur Aufhebung der Richtlinie 95/46/EG“ (kurz: Datenschutz-Grundverordnung, kürzer: DSGVO) begeben hat, stößt entweder auf Schimpftiraden gegen die Verfasser und Verabschieder dieses Gesetzestextes oder aber auf hysterische Abhandlungen, dass wir alle sterben werden. Als Konsequenz wird der Blog entweder direkt vom Netz genommen – zap und dunkel oder man findet zufällig an gleicher Stelle passende Trainings oder Musterunterlagen von vorgeblichen Experten. Gegen einen kleinen aber feinen Obolus, unkompliziert und total datenschutzfreundlich über einen amerikanischen Internet-Zahlungsdienstleister abgewickelt, können diese konsumiert werden, um in letzter Sekunde das Unheil abzuwenden.

Nachdem man einige Quellen gesichtet und sich die allgemeine Aufregung etwas gelegt hat, stößt man aber doch auf die ein oder andere hilfreiche Einführung bzw. Überblick:

Nach erster Lektüre bleibt festzuhalten:
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Die Mär von den gelesenen AGBs

2012 konstatierte die schwedische Initiative CommonTerms, dass die größte Lüge des Internets sei, die allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) und etwaige Datenschutzrichtlinien gelesen zu haben. Auch wenn jeder dieser Aussage zweifellos zustimmen wird, lieferte ein Konferenzbeitrag aus dem Jahr 2016 den Beweis auch nach wissenschaftlichen Gesichtspunkten. 97% der Studienteilnehmer überflogen die AGBs, bei einer dem Umfang entsprechenden, mindestens zu erwartenden Lesedauer von 45-60 Minuten, in weniger als 5 Minuten. 74% akzeptierten diese ohne sie überhaupt gesehen zu haben.

Durch die (unbedachte) Bestätigung der Bedingungen werden typischerweise nicht nur die eigenen Urheberrechte an die Anbieter abgetreten, sondern man stimmt einer zumeist umfangreichen Verarbeitung und Weitergabe der persönlichen Daten zu, die bei der Nutzung anfallen. Aber wer hat schon Zeit, seitenweise AGBs zu blättern, wenn man doch nur schnell eine Information oder nur kurz die App benötigt? Es wird schon alles ok sein, man ist ja schließlich nicht der erste oder einzige Kunde …

Die nachfolgenden Initiativen versuchen, dieser – aus Nutzersicht, sehr leichtsinnigen – aus Anbietersicht, vorsätzlich irreführenden – Praxis entgegen zu wirken und dem Nutzer eine Informierte Einwilligung auf Basis strukturell und visuell aufbereiteter Nutzungsbedingungen zu ermöglichen:

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HowTo: Thunderbird Maintenance

Over time Mozilla’s Thunderbird may happen to require some maintenance in order to continue running smoothly. Symptoms could be that either you cannot find mails that are supposed to be there, mails are doubling without any reason, or deleted mails show up again in its original folder.

Note that Thunderbird must be closed (and really not running) for the next steps to be successful. You then need to navigate to your profile folder and execute the given commands at the root of this directory.

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John Perry Barlow

Foto von Joi (CC-BY)

Seine „Unabhängigkeitserklärung des Cyberspace“ von 1996 hat den Aktivismus für den Erhalt eines freien, unabhängigen und offenen Internet mitbegründet und inspiriert auch noch heutzutage:

A Declaration of the Independence of Cyberspace

Governments of the Industrial World, you weary giants of flesh and steel, I come from Cyberspace, the new home of Mind. On behalf of the future, I ask you of the past to leave us alone. You are not welcome among us. You have no sovereignty where we gather.

We have no elected government, nor are we likely to have one, so I address you with no greater authority than that with which liberty itself always speaks. I declare the global social space we are building to be naturally independent of the tyrannies you seek to impose on us. You have no moral right to rule us nor do you possess any methods of enforcement we have true reason to fear.

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Leseempfehlung: Meinungsfreiheit im Zeitalter sozialer Netzwerke

Zeynep Tufekci (Wikipedia, Twitter) hat vor kurzem ein umfangreiches Essay mit dem Titel „It’s the (Democracy-Poisoning) Golden Age of Free Speech“ auf Wired veröffentlicht. Eine absolute Leseempfehlung, vor allem im Kontext der aktuellen Diskussion zur Gefährdung der Meinungsfreiheit in Sozialen Netzwerken. Wer nicht den ganzen Artikel lesen will, findet nachfolgend einige wichtige Aussagen des Essays. Hoffentlich sinngemäß übersetzt und zusammengefasst, kaum aus dem Kontext gerissen und keinesfalls vollständig:

Früher konnte man unerwünschte Meinungen sehr einfach unterdrücken, indem man entweder den Urheber direkt oder den Zugang zu möglichen Verbreitungsmedien (Druck, Radio, Fernsehen) kontrollierte.

Dagegen ist heutzutage – im Zeitalter sozialer Medien – Jeder zugleich Autor, Herausgeber und Multiplikator. Es ist damit unmöglich geworden, den Inhalt auf Konformität oder auch nur Wahrheitsgehalt zu prüfen, um gegebenenfalls eine Veröffentlichung zu verhindern.

Befinden wir uns damit also im goldenen Zeitalter der Meinungsfreiheit („Free Speech“)? Laut Tufekci nur solange man dem, was das eigene Auge („lying eyes“) sieht, vertrauen kann.

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